Der steuergeschützte Geldspeicher trifft die wissenschaftliche Anlagestrategie / 25.09.2019 in Leipzig
1. September 2019
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Wer bekommt das Geld aus Ihrer Lebensversicherung, wenn Sie Sterben?


Die Lebensversicherung stellt in Deutschland noch immer die häufigste Form der privaten Altersvorsorge dar. Bei kleinen Nachlässen ist die Lebensversicherung oft der wichtigste Vermögenswert. Sie soll zudem die verblieben Familienangehörigen absichern. Deshalb sollte für den Fall der Fälle sichergestellt sein, dass der Richtige das Geld erhält.
Doch Hand aufs Herz, wissen Sie, wer das Geld aus Ihrer Versicherung bekommt, wenn Sie Sterben? Worauf müssen Sie achten? Das möchten wir Ihnen anhand eines kleinen Falles darstellen.


Vater und Sohn


Ernst verstirbt bei einem Verkehrsunfall. Er hat eine Lebensversicherung abgeschlossen, in der er seine Lebensgefährtin Lisa als Bezugsberechtigte eingesetzt hat. Die Versicherungssumme beläuft sich auf 50.000 Euro. Ernst’s Sohn Stefan beerbt seinen Vater allein und ist im Besitz des Versicherungsscheins. Stefan ist der Ansicht, dass ihm die Versicherungssumme zusteht.
Hat er Recht?


An wen zahlt eigentlich die Versicherung?


Die Versicherungsgesellschaft hält sich dabei grundsätzlich an die Allgemeinen Vertragsbedingungen, diese sehen generell vor, dass die Versicherungen den Inhaber der Urkunde als berechtigt ansehen, über die Rechte aus dem Versicherungsvertrag zu verfügen, insbesondere Leistungen in Empfang zu nehmen. Die Versicherung kann aber verlangen, dass der Inhaber seine Berechtigung nachweist.
Dass bedeutet, dass die Versicherung an Stefan auszahlen würde. Unabhängig davon, dass die Lebensgefährtin als Bezugsberechtigte benannt war.

Darf Stefan das Geld behalten?


Selbst wenn die Versicherung aufgrund der Versicherungsbedingungen das Geld von der Versicherung erhalten durfte, stellt sich die Frage, ob er das Geld behalten darf. Das dürfte er als Erbe nur, wenn die Versicherungsleistung zum Nachlass gehören würde.
Im Normalfall gehört die Lebensversicherung aber nicht zum Nachlass, Ausnahme z.B. wenn die Lebensversicherung zur Darlehensabsicherung diente. Damit hat Lisa gegenüber Stefan Anspruch auf Auszahlung des Versicherungsbetrages.

Hätte Stefan das Geld doch bekommen können?


Jetzt wird es etwas komplizierter. Die Auszahlung der Lebensversicherung stellt grundsätzlich eine Schenkung des Versicherungsnehmers an den Bezugsberechtigten dar. Also wäre es hier eine Schenkung von ernst an seine Lebensgefährtin Lisa. Im Regelfall kommt wird der Schenkungsvertrag zwischen Ernst und Lisa aber erst durch Mitteilung durch die Versicherungsgesellschaft zustande.
Stefan hätte nunmehr als Erbe von ernst den Auftrag an die Versicherung zur Übermittlung des Vertragsabschlusses an Lisa widerrufen können. Dann ist kein Schenkungsvertrag zwischen Lisa und Ernst zustande gekommen und die Versicherungszahlung fällt an den Erben.

Was heißt das für Sie?


1. Informieren Sie sich darüber, wen Sie in Ihrer Versicherung als Bezugsberechtigten benannt haben
2. Prüfen Sie, bei wem sich der Versicherungsschein befindet - tragen Sie dafür Sorge, dass der Begünstigte diesen findet.
3. Wenn Ihr Erbe nicht Bezugsberechtigter ist, erläutern Sie im Testament dazu.

Gerne helfen wir Ihnen dabei, Ihr Testament zu gestalten und Ihren Nachlass so zu regeln, dass Ihr Wunsch umgesetzt wird.
Wie sollen sich Ihre Erben und Lieben an Sie erinnern? Sprechen Sie mit uns!

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